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Bei Brotlose Kunst * handelt es sich um ein Archiv,
das mehrere fotografische Serien beinhaltet. Diese entstanden
mit der Intention, meine privaten Ausgaben (Nahrungsmittel)
in nötige professionelle Ausgaben zu verwandeln, um — sowohl
als Überlebensstrategie als auch als Protest — die jährlichen
Einkommenssteuerabgaben für 2016 zu umgehen und so meine
Tätigkeit als selbständig Arbeitender fortführen zu können.

* Im Deutschen wird dieser Ausdruck benutzt, um schlecht bezahlte
Berufe oder jene mit wenig Zukunftsperspektive zu bezeichnen.)






Steuerbescheid 2016








16907 € Brutto




10800 € netto







2282 € Brutto





8652 € Netto






8518 € Netto


































Bruttobetrag, den ich 2016 durch meine professionelle Tätigkeit eingenommen habe:


Nettoeinkommen: Bruttoeinkommen abzüglich: Versicherungen (Krankenkasse, Rente, …) und gewerbliche Ausgaben (Werkzeuge, Materialien, Mieten, …)


Gewerbliche Ausgaben, die mittels Brotlose Kunst geschaffen wurden, um die Einkommensteuer im Jahr 2016 zu umgehen


Jährliches Nettoeinkommen, das ein selbständig Arbeitender in Deutschland vorweisen können muss, um keine Einkommensteuer bezahlen zu müssen.


Nettoeinkommen, das ich 2016 nach Beendigung des Projekts Brotlose Kunst angeben konnte.
Im Jahr 2016 verdiente ich in Deutschland, bei einer, für viele Künstler gewöhnlichen, Arbeitszeit über 40 Wochenstunden — von denen viele, wie jene, die ich für dieses sowie andere Projekte und Ausstellungsvorbereitungen, etc. aufgewendet habe, nicht vergütet wurden — 16.907€ brutto (10.800€ netto).
Als selbständig Arbeitender, steht einem Künstler weder Arbeitslosengeld zu noch hat er Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei zeitweiser, möglicherweise krankheitsbedingter, Arbeitsunfähigkeit oder Urlaubsgeld. Die Ungewissheit, die damit einhergeht, ist in dem Arbeitsfeld der Kunstschaffenden weit verbreitet und wird als Standard erachtet. Darüber hinaus, sollen die, die wir können, uns außerdem noch glücklich schätzen, unsere Tätigkeit unter diesen Voraussetzungen überhaupt ausüben zu können.

Des Weiteren, ist ein Kleinunternehmer, bei einem jährlichen Nettoeinkommen von über 8.652€ dazu verpflichtet, mindestens 14% der Differenz zu der Umsatzgrenze an Einkommensteuer zu bezahlen.

Aus dieser Bedürftigkeit heraus sowie als Protestakt beschloss ich, stets unter Beachtung des Gesetzes, in diesem Jahr keine Einkommensteuer zu bezahlen.
Um mein Vorhaben in die Tat umzusetzen, dokumentierte ich meine Ausgaben für Nahrungsmittel bis hin zu einem Betrag von 2.282€ in Bildern. Da sie nun Teil eines Kunstprojekts (Brotlose Kunst) waren, verwandelten sich meine persönlichen Ausgaben in welche, die mit meiner professionellen Tätigkeit verbunden waren. Mit Hilfe dieser Ausgaben gelang es mir, mein Nettoeinkommen unter der, von der deutschen Steuerbehörde bestimmten, Umsatzgrenze zu halten, sodass ich nicht dazu verpflichtet war, die Einkommensteuer zu entrichten. Auf diesem Weg vermied ich es, 300,72€ an Steuern zu zahlen.





Komposition 101, aus der Serie "Stillleben" / 3,20€.


„Gemüse" / 1,90€








Ausstellungsformat (Archiv mit Fotografien samt entsprechender Kaufbelege)



"Kuchen", "Zwei Kaffee" und "Komposition 033" aus der Serie "Stillleben" / v.l.n.r. 3,20 €, 5 € y 1,82 €.


"Döner" aus der Serie "Take away" / 3,50€.


"Salat", "Lachs" und "Brot und Zitrone" / (v.l.n.r.) 6,73€, 3,99€ y 2,48€.


"6 Pilsner Urquell" / 4,49€.


Komposition 118, 116 und 091, aus der Serie "Stillleben" / (v.l.n.r.) 24,32€, 52,04€ und 34,44€.


Komposition 066 / 8,93€.


"Weinblätter", "Donut" und "Waffel", aus der Serie "Take away" / (v.l.n.r.) 2€, 1,40€ und 1,18€.




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Im 2017 wurde das Projekt "Brotlose Kunst" zum ersten Mal in GlogauAIR, Berlin, während des Festivals Auch wenn es Flucht bedeutet präsentiert