Fragment

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Parados en el Mundo („Weltweit im Stillstand“, Wortspiel mit der spanischen Bedeutung von „estar parado“ für „stehen“ und „arbeitslos sein“) ist ein Projekt, das 2012 in Berlin (Deutschland), Prag (Tschechien), Oslo (Norwegen), Warschau (Polen) und Kopenhagen (Dänemark) realisiert wurde.

Im öffentlichen spanischen Fernsehen gibt es ein sehr erfolgreiches Format, das sich großer Berühmtheit erfreut und „"Españoles en el mundo“ („Spanier weltweit“, vergleichbar mit „Goodbye Deutschland! Die Auswanderer“) heißt. Es handelt sich hierbei um ein Programm, welches das Leben von Spaniern porträtiert, die sich dazu entschlossen haben, die Koffer zu packen und sich ein neues Leben außerhalb von Spanien aufzubauen.

Da jedoch größtenteils Spanier gezeigt werden, die ein sehr komfortables und erfolgreiches Leben führen, vermittelt das Programm ein ziemlich optimistisches Bild von dem Leben außerhalb Spaniens.

Diese, vermeintlich irrelevante, Tatsache betraf viele spanische, neue Immigranten, die sich durch eine Arbeitslosenrate in Spanien von 27% und dem scheinbaren, von dem Fernsehprogramm „verkauften“ Glück, dazu animiert fühlten, sich ein neues Leben aufzubauen.

Als diese „neuen“ spanischen Immigranten nun ihr Ziel — für gewöhnlich Städte im Norden Europas — erreichten, ohne die Sprache oder gar Englisch zu sprechen, merkten sie, dass El Dorado nicht existiert und ein Umzug nach Norwegen nicht die Lösung aller Probleme ist.

Viele Spanier sahen sich dazu gezwungen, in ihr Land zurückzukehren, andere wiederum lebten in Asylheimen oder auf der Straße. Einige fanden einen Arbeitsplatz.




Städte, in denen Parados en el mundo gedreht wurde"


Parados en el mundo stellt ein Konvolut aus zehn Videos mit einer jeweiligen Dauer von einer Minute dar, welches zehn Spanier porträtiert, die in Nord- und in Mitteleuropa auf der Suche nach neuen professionellen Möglichkeiten sind. Dies stellt sich jedoch als nicht allzu einfach dar — jeder von ihnen war zu der Zeit der Aufnahmen arbeitslos.



Carlos. Warszawa / María. Berlin



Die Porträtierten sind keine Darsteller, sondern echte Personen mit einer abgeschlossenen sowie qualifizierten Ausbildung.
Ingenieure, Architekten, Lehrer, Ärzte, Sozialarbeiter oder Informatiker u.a. sind die neuen Profile des spanischen Immigranten.

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Dieses Projekt wurde erstmalig 2012 auf Álvaro Martínez Alonsos Einzelausstellung Un País Suspendido in dem Domus Artium Museum (DA2) in Salamanca gezeigt.


Jedes Video ist Teil einer Auflage von 3 Exemplaren + 1 AP.

Mario. Praha / Pilar. Oslo

Enrique. Berlin / Eduardo. Praha

Ana. København