Through the window

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Through the Window (engl. für „Durch das Fenster“) ist ein Fotografie-Projekt, das 2012 in Warschau (Polen) realisiert wurde.

Through the Window manifestiert die Ergebnisse einer unausgeglichenen Evolution der polnischen Gesellschaft und Politik und repräsentiert auf gewisse Art und Weise ein Problem, das, aus verschiedenen Gründen, ebenfalls andere Länder betrifft.

Da die Umstellung auf das kapitalistische System in den 90er Jahren und die Aufnahme in die Europäische Union noch nicht in ganzem Umfang abgeschlossen sind, sind die sozioökonomischen Unterschiede in Polen besonders augenscheinlich.

Bei einem Spaziergang durch die Straßen von Warschau kann man genannte Unterschiede gut beobachten. Eine imposante Skyline im Finanzdistrikt verschafft der Stadt eine attraktive Silhouette, die Hinweise auf das vermeintliche „Wirtschaftswunder Polens“ gibt, ist jedoch nicht mit der Realität der Vielzahl an heruntergekommenen Wohnräumen vereinbar, in denen ein Großteil der Bevölkerung wohnhaft ist.



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Warschau


Through the Window spielt auf diese Idee an, indem es Fotografien verschiedener Warschauer Gebäude zeigt. Diese kreisrunden Fotografien setzen sich aus zwei konzentrischen Abbildungen zusammen, wobei sich die einer innerhalb der anderen befindet. In der äußeren sind moderne Bauten zu sehen, die sich im Finanzdistrikt der Stadt anfinden lassen: imposant und sauber, mit spiegelnden oder aus noblem Stein erbauten Fassaden. In den inneren Abbildungen erkennt man Gebäude, die sich um diesen Finanzdistrikt herum befinden und die von der mittelständischen Bevölkerung bewohnt werden. Diese Gebäude befinden sich in schlechtem Konservierungszustand, sind nicht saniert, teilweise mit Schrotrückständen aus dem zweiten Weltkrieg behaftet und weisen eine, der industriellen Hochblüte der sozialistischen Epoche geschuldeten, Schwarzfärbung auf. Der Mörtel ihrer Fassaden ist abgeblättert und gewährt Einblick in die Armut der kaputten und sandigen Backsteine.

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Das Projekt wurde während eines Residenzaufenthalts für Künstler in Warschau realisiert, wurde von Anarella Martínez Madrid kuratiert, von der Spanischen Botschaft in Warschau und Berlin finanziert und ist in Kollaboration mit dem Cervantes Institut in Warschau entstanden, indem es im Jahr 2012 erstmalig im Rahmen der Ausstellung „HIC ET NUNC“ präsentiert wurde.



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Ohne Titel 01
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Ohne Titel 02
http://alvaromartinez.net/files/gimgs/th-66_5_3_v3.jpg
Ohne Titel 03
http://alvaromartinez.net/files/gimgs/th-66_5_2_v3.jpg
Ohne Titel 04
http://alvaromartinez.net/files/gimgs/th-66_5_1_v3.jpg
Ohne Titel 05
http://alvaromartinez.net/files/gimgs/th-66_5_5_v3.jpg
Ohne Titel 06